| Moni und Rico unterwegs in Südamerika |
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Reisebericht vom 6. Juni 2010
Vor ca. einem Monat sind wir in Riobamba mit dem Bus weitergereist via Tena nach Coca. Von dort aus ging's in einer 10 stündigen Bootsfahrt den Rio Napo hinab bis an die Grenze ins Dörfchen Nueva Rocafuerte. Hier verbrachten wir einige Tage um die Wartezeit auf das Grosse Schiff in Peru zu verkürzen. Wir besuchten mit zwei einheimischen Jugendlichen den Parke National Yazuni wo wir Riesenfische Paitsche, Flussdelfine, Wasserschlangen und andere Tiere beobachten konnten. Natürlich waren wir mit ihrem Holzkanu und dem Pequ - Peque Motor unterwegs. Einige Tage später fuhr uns ein Einheimischer zur die Grenze nach Pantoja. Hier schien es schon fast, als müssten wir eventuell umkehren da das grosse Schiff frühestens in 8 Tagen kommt und eine Fahrt mit dem Peque - Peque kostete 400 Dollar! Das war uns definitiv zu teuer und noch lange in diesem Kaff bleiben... So entschieden wir uns kurzerhand ein Kanu zu kaufen und selber den Fluss runter zu paddeln. Doch zuerst mussten wir unser 11 Meter langes Einbaumkanu aus dem Fluss fischen! Anschliessend bauten wir das Kanu zu einem Floss um, so dass wir Platz für unser Gepäck und zwei gedeckte Schlafplätze hatten! Am Tag darauf konnte es losgehen. Die Lokalen meinten wir hätten etwa 5 Tage bis Santa Clothilde, dem nächsten grösseren Ort. So machten wir uns auf den Weg flussabwärts durch den Dschungel! Wir sahen jeden Tag Delphine, rosa und graue Flussdelfine und andere Tiere. Unterwegs halteten wir jeweils in kleinen Indianerdörfern um Regenwasser zum Trinken zu bekommen. Wir waren immer eine riesen Attraktion! Das war immer sehr eindrücklich und schön! Hier können aber die meisten kein Spanisch, sie sprechen Quechua. Täglich paddelten wir 8 bis 10h bei einer Hitze von über 40° im Schatten und bei Regen und Sturm! Der Fluss schlängelte sich durch den Dschungel, hatte viele Inseln und Verzweigungen mit wirren Strömungen, so dass es manchmal nicht ganz einfach war zu zweit unsere Clothilde zu manövrieren! Auch war nicht ersichtlich wo es Untiefen gab in dieser braunen Brühe, so dass wir mehrmals unser Gefährt quer durch den Fluss ziehen mussten.... Abends legten wir jeweils an Inseln an und kochten uns etwas Einfaches aber Gutes. Ein kurzer Schwumm durfte natürlich auch nicht fehlen! Nach 8 Tagen und Nächten auf dem Kanu erreichten wir Santa Clothilde welches über 320 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Hier versuchten wir unser Kanu wieder zu verkaufen doch dies war unmöglich! Viele hatten Interesse doch keiner hatte nur ein Sol übrig! So schenkten wir es einem netten alten Paar welches es gut gebrauchen konnte. Sie organisierten uns dafür eine günstige Weiterfahrt. Um 4 Uhr morgens mussten wir wieder bereit sein um später mit dem Schnellboot nach Iquitos zu kommen. Unterwegs kamen wir an der Unfallstelle vorbei wo zwei Tage zuvor ein Frachtschiff gesunken war und viele Menschen starben. Natürlich mussten auch wir hier anhalten... Und glotzen wie geborgen wird... Wir warteten eigentlich nur darauf bis die Helfer mit uns mitfahren konnten. Doch bis die bereit waren, war es bereits dunkel. Und erst dann kam es ihnen in den Sinn, dass sie kein Licht am Boot haben! Doch kein Problem für die, wir fuhren in der Dunkelheit die 1 1/2 h weiter bis Iquitos. Es ist zum Glück alles gut gegangen! Iquitos ist die grösste Stadt der Welt die nicht auf dem Landweg erreichbar ist! Sie liegt mitten im Amazonasdschungel und hat einen besonderen Reiz. Hier besuchen wir mit einem Einheimischen das Armenviertel. Dieser Stadtteil ist auf Flossen gebaut und schwimmt die Hälfte des Jahres im Fluss. Die andere Hälfte liegt es im Schlamm und Abfall. Hier ist die Armut wirklich sichtbar. So etwas haben wir noch nie gesehen! Hier gibt es aber auch die grössten Seerosenblätter. Sie haben einen Durchmesser von über 1 Meter und können gut ein Kind tragen! Eindrucksvolle Pflanze! Von Iquitos ging's mit dem Frachtschiff in 3 Tagen und Nächten nach Yurimaguas. Von hier fuhren wir mit den Minibussen weiter nach Tarapoto und Moyobamba welches bereits wieder etwas in den ersten Hügeln von den peruanischen Anden liegt. So, und nun geht's dann weiter zu den Ruinen und Grabstätten der Chachapoyaskultur! Wir sind gespannt was uns dort erwartet! |




