Indianer und Mennoniten25. Dezember 2010 Heute ist Weihnachtstag. Was heisst Weihnachten überhaupt? Das habe ich mir auch überlegt und mir einigen Gedanken gemacht dazu. Heisst es, dass sich vielleicht einmal im Jahr eine Person meldet von der man sonst nie was hört? Heisst es, dass alle ihre Häuser und Christbäume möglichst kitschig schmücken? Heisst es, ein Lächeln einem anderen Menschen zu schenken? Heisst es, beisammen zu sein ob man will oder nicht? Heisst es, sich Gedanken über Andere zu machen? Ich weiss es nicht. Doch ich denke es bedeutet für alle etwas anderes und so versuchten wir einigen armen Kindern auf dem Lande mit alten Kleidern, Lebensmitteln und einigen wenigen Spielsachen eine kleine Freude zu bereiten. Die Dankbarkeit für so Wenig war in ihren leuchtenden Augen zu erkennen. Alle bedankten sich riesig und wünschten uns eine gute Reise. Vor ungefähr einem Monat sind wir von Trinidad aus weiter nach Jesus gereist wo wir weitere Jesunitenruinen bestaunten. Sie sind wirklich eindrücklich und in einem guten Zustand. Ein fremder Mann, welchen wir nach dem Weg fragten, hatte so Freude an uns, dass er und je einen traditionellen paraguayanischen Hut schenkte! Diesen konnten wir dann auch gut gebrauchen in der Hitze! Natürlich spukte auch hier unser Buho mal wieder doch wir schafften es durch die Sumpflandschaft auf einer guten Strasse bis nach Asucion. Nun waren wir mal wieder in der Stadt... Wir besuchten das nahegelegene San Bernardino an einem See, doch dieses Dorf scheint fast ausgestorben und viel zu machen gabs auch nicht, so dass wir bald weiter zogen. Nun gings Richtung Chaco. Das ist das "Dschungelgebiet" von Paraguy. Wir nahmen natürlich nicht die einfache Hauptroute, sodern die Dreckpiste namens Ruta 12 nach Norden. Sie verläuft immer an der Grenze zu Argentinien und ist nur sehr wenig bis garnicht befahren. So kamen wir mal wieder in abgeschiedene Dörfer mit Menschen die erstaunt waren Touristen zu sehen. Die Gegend ist sehr trocken und staubig. Tausende von weissen Schmetterlingen tummeln sich auf der Strasse. Die Pflanzenwelt verändert sich von einer Palmensavanne zum niedrigen Trockenbusch. Tiere sehen wir immer mal wieder jedoch wie sie heissen wissen wir nicht so genau...es waren jedoch bestimmt Vögel und einige kleine Säugetiere. Der Pfad wurde immer kleiner und die Hinternisse immer grösser. Einige Bäume konnten wir knapp umfahren jedoch war bei einem ca. 100 Meter langem See auf der Strasse fertig für uns. Es gab kein durchkommen so dass wir ganze 200 Kilometer zurückfahren konnten. Gegen Abend erreichten wir das Dorf welches wir am Morgen verlassen haben, doch ein Gewitter machte es notwendig nochmals 140 Kilometer Dreckpiste zu fahren. Denn wenns hier mal geregnet hat sind die Strassen für 3 bis 5 Tage gesperrt. So schafften wir es gerade noch auf die grosse Ruta bevor ein Weiterfahren unmöglich wurde. Übernachtet haben wir in einer Lagerhalle eines "Restaurants" auf dem Boden. Doch wir waren einfach froh ein Dach über dem Kopf zu haben und noch etwas kleines zu essen zu bekommen. Am nächsten Morgen die Überraschung! Wir haben in 3 Rädern je einen Dornen, in einem Rad einen Nagel und am fünften, dem Ersatzrad war das Ventil defek! Super! Nach dem raschen Flicken mit einer etwas speziellen Methode, gings weiter nach Filadelfia. Dies ist die Mennonitenhauptstadt des Chacos. Hier verweilten wir einige Tage und genossen die deutschen Spezialitäten. Hier sprechen alle Deutsch und alles ist auf diese Sprache angeschrieben! Schon etwas speziell doch interessant. Auch das Ortsmuseum, welches die Geschichte der Mennoniten im Chaco zeigt, war sehr spannend zu besichtigen. Damit wir bald weiterreisen konnten liessen wir das defekte Chasis wieder zusammenschweissen. Doch mit weiterreisen war noch lange nichts...Defekter Benzintank, Stromproblem, Vergaserproblem, Kühlungsproblem... Tja, wenigstens hatten wir einen schönen Ort zum bleiben. Das ganze Land hier ist in Quadraten eingeteilt. Praktisch alles gehört den Mennoniten welche hier Landwirtschaft betreiben. Es ist sehr staubig und der rote Sand hat man bald überall. Auch ist es sehr heiss hier, täglich um die 42 Grad im Schatten zeitweise sogar mehr. Der Flaschenbaum ist hier heimisch, ein ganz spezieller Baum der seinen *dicken Bauch" hat um Wasser zu speichern. Wir besuchten noch die Laguna Campo Maria welche aber leider praktisch ausgetrocknet war. Die Fahrt dort hin und die Gegend war aber sehr schön. Bevor wir Richtung weiter nach Norden reisten besuchten wir noch das Indianderspital in Yalve Sanga. Seit vielen Jahren werden hier Menschen aus abgelegensten Gebieten behandelt und wenn nötig hospitalisiert. Es wird von Mennoniten geleitet legt aber viel Wert auf die Ausbildung der Indigenen. So können sie zum Beispiel in drei Jahren den Beruf des "Gesundheitsförderers" erlernen. Im Spital selber hats alles nötige was man braucht, ein kleines Labor, Röntgen, Apotheke, Zahnarzt. 1 Arzt und einige Krankenschwestern sind für die Bevölkerung von rund 12'000 Menschen zuständig. Wir wurden mit viel Freude und Elan durch die Institution geführt. In einem Tag fuhren wir dann bis nach Bolivien. Ohne Probleme gings über den Zoll und man merkte bald, dass man wieder "im Land der Länder" war. Drekpisten, Schlamm, Hügel, tiefgrüne Büsche, Tiere und auch die Bergen konnte man bald schon sehen! Es war wieder so richtig Abenteuer! Nach einigen Kilometern Asphalt zogen wir es vor abzubiegen auf eine Piste. Nun gings durch den dichten Dschungel immer schön um die Kurven bergauf Richtung Sucre. Nach einigen Tagen und 400 Offroadkilometern, tausenden von Kurven, wunderschönen unvergesslichen Landschaften, kleinen abgelegenen Dörfchen erreichten wir unser Ziel in den Bergen, auf knapp 3000 Metern. Hier leben die Menschen wieder sehr traditionell aber auch in grosser Armut. Hier in der Gegend zwischen Villa Montes und Sucre leben wohl die ärmsten Menschen boliviens. Doch die meisten sind sehr freundlich und freuen sich ab kleine Sachen wie einem Lächeln und sind sehr dankbar wenn sie etwas zu essen bekommen. Wies weitergeht wissen wir wie immer nicht so genau, wir versuchem mal unseren Buho (der uns doch ans Herzgewachsen ist...) zu verkaufen und werden dann mit dem Bus weiterreisen. Doch wer weiss wie lange das gehen wird... Auf jeden Fall wünschen wir euch einen guten Rutsch ins 2011! |
Der Weg ist das Ziel
15 Monate Südamerika

Nun sind Moni und Rico zurück. Hier die spannenden Reiseberichte.
