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Höhenmeter und Sitzleder

17. August 2010

Hallo Zusammen!

 Von Arequipa aus reisten wir auf eigene Faust in einer muehsamen Busfahrt in den Colca Canyon. Diese gigantische Schlucht ist die zweittiefste der Welt und ist bekannt fuer die spezielle Kultur die hier lebt. Schon vor Jahrhunderten bauten Bauern hier ihre Terassenfelder und Bewaesserungssisteme um Landwirtschaft zu betreiben. Die Einheimischen pflegen in diesem Tal noch sehr stark ihre Kultur. Sie tragen fast alle traditionelle Kleider die reichlich bestickt sind und feiern Feste mit einmaligem Feuerwerk. 

Wieder zurueck in Arequipa wagten wir uns an unseren ersten 6000er Berg, den Chachani. Am ersten Tag gings bis ins Basecamp wo wir unsere Zelte aufbauten. Es windete sehr stark und war unglaublich kalt als um 15:20 die Sonne bereits hinter dem Gipfel verschwand. Wir warteten im Zelt bis wir am Morgen um halb zwei von unserem Guide geholt wurden unds los ging. Der wind blies immernoch eiskalt um die Ohren und liessen die Finger einfrieren! Nach kurzer zeit auf 5500 Meter mussten wir umkehren. Dies war ein Erlebnis aber ich werde dies bestimmt nicht mehr machen.

In der Stadt lernten wir ein deutsches Paerchen kennen mit denen wir weiter zum Lago Titicaca reisten. In Puno verbrachten wir einen Tag und besuchten ein altes, kleines Kriegsschiff.

Mit einem gemuetlichen Boot gings am darauffolgenden Tag zu den Uros auf dem See. Dies indigenen Menschen leben hier auf den selbergemachten Schilfinseln. Sie bauen alles aus diesem Seegras, die Häuser so wie ihre Schiffchen. Uns wurde genaustens erklaert wie ihr Leben hier so ist doch wir waren uns am Ende nicht sicher ob diese Leute wirklich noch hier wohnen oder dies nur fuer die Touristen machen. Wir hoffen, dass es noch welche gibt die ihre Traditionen ohne Fremdlinge leben koennen.

Weiter gings in zweieinhalb Stunden auf die wunderschoene Isla Taquile. Hier war gerade die Fiesta de Santiago in gange. Alle trugen ihre speziellen Kleider, die Frauen mit zig farbigen Roecken und die Maenner mit den lustigen Zipfelmuezen. Naruerlich fehlten auch die Musik und das Bier nicht. Zusammen mit unseren Freunden erkundeten wir die kleine Insel auf dem riesigen See. Wir spazierten ueber die Huegel und genossen die Ruhe. Zwei lustige und erholsame Tage verbrachten wir hier.

Wir reisten mit dem Bus alleine weiter nach Cuzco. Doch die Busfahrt verlaengerte sich  um 5 Stunden da wir immerwieder in Strassenblockaden kamen. Sie beschmierten die Autos mit Zahnpasta und liessen uns dann doch irgendwann weiterreisen bis zur naechsten Sperre. Nach einer Ewigkeit erreichten wir dann die Kolonialstadt doch noch. Die vielen Kirchen, schmalen Gaesschen und die Fruehlingsbepflanzung verleihen diesem Ort ein spezielles Flair welches uns sehr gefiel.

Nach einigen Tagen gings mit dem Bus weiter nach Urcos. Hier war gerade Markttag, was das Warten auf den naechsten Bus etwas verkuerzte. Die darauffolgende Nacht verbrachten wir im Bus auf der Holperstrecke nach Puerto Maldonado. Von hier aus wollten wir eigentlich via Flussweg nach Bolivien reisen, doch war es unmoeglich ein bezahlbares Transportmittel zu finden welches diesen Weg machte. So setzten wir und mal wieder in ein Sammeltaxi und liessen uns zur brasilianischen Grenze fahren. Mit dem Mototaxi gings ueber die Grenze. Die Grezpolizei half uns irgendwie weiterzu reisen, dies jedoch auf Portugisisch... Noch kurz vor dem Eindunkeln erreichten wir Cobija. Dies war ein spezieller Tag mit Fruehstueck in Peru, Mittagessen in Brasilien und Abendessen in Bolivien!

Auch hier gabs wie in den letzten Orten genau nichts zu sehen oder zu machen so dass wir wieder weiterreisten. Dort wo wir aussteigen wollten erfuhren wir, dass es gut sein kann, dass erst in einer Woche wieder ein Bus kommt welcher richtung La Paz faehrt. So luden wir schnell unsere Sachen wieder in den Bus und weiter gings in einer elend langen Fahrt nach Riberalta. Wer haette es gedacht, auch hier in der Umgebung, nichts! Nur abgebrannter Dschungel, duerre, Staub. So gings eben wieder mit dem Bus weiter bis nach Rurrenabaque. Die Fahrt welche weitere 12h dauerte, fuehrte nur durch brennende oder bereits abgebrannte Landschaft! Das war unglaublich! Stundenlang nur zerstoerte Natur!

Bei Rurre beginnt der Nationalpark Mididi. Ein zum Glueck geschuezter Dschungel welchen wir per Boot und zu Fuss erkundetetn. Hier leben noch zahlreiche Papagaiarten, Affen und andere Tiere. Wir konnten hier richtig ausspannen und auftanken.

Weitere drei Tage verbrachten wir in der "Pampa". Hier konnten wir sehr viele Tiere beobachten. Unsere Unterkunft lag direkt an einem kleinen Bach wo wir Flussdelfine und hunderte von Voegel sahen. Mit dem Boot fuhren wir den den "Fluss" auf und ab wo an den Ufern die Kaimane sonnen, die Caipibaras (so etwas wie Riesenmerschweine) grasen und die Schildkroeten herumliegen. Oben auf den Baumen turnten die Capuzineraeffchen herum und die Oposoms raschelten in den Blaettern. Auf der Anakondasuche hatten wir leider kein Glueck, doch wir sahen so viele verschiedene Voegel und einen Otter was auch sehr schoen war.

Nun zurueck in Rurre gehts anschliessend weiter nach La Paz, natuerlich in einer elend langen Busfahrt....

Nach elendlangen 19h Busfahrt haben wir die Hauptstadt von Bolivien erreicht.

Mal sehen wie unsere Reise anschliessend weiter geht, eines wissen wir auf jeden Fall, vom Busfahren haben wir genug!

Bis bald!

Moni und Rico